Büroalltag im Campervan

Seit August sind wir stolze Besitzer eines Campervans, und wie es der digitale Beruf als Webdesignerin eben so will, nimmt man ihn überallhin mit. Aber wie sieht so ein Büroalltag im Van eigentlich aus? Und ist das überhaupt machbar?

Unterwegs in Europa mit Van und Laptop

Seit wir unseren Van in Bayern abgeholt haben, hat es uns auch schon quer durch Europa, genauer gesagt durch Österreich, Bosnien & Herzegowina, Montenegro, Albanien, Nordmazedonien, Italien und die Schweiz verschlagen. Immer mit dabei: Vierbeiner und Laptop. Und wie klappt das so? Die erste Tour durch Bayern, Österreich und Norditalien hat gleich gezeigt, die Mobilfunkverbindung in ganz Europa ist auch in anderen Ländern nicht viel besser.

So fuhren wir eines Nachmittags fröhlich eine Offroad-Straße am Brenner auf der italienischen Seite hoch, nur um oben angekommen festzustellen, dass die Aussicht grandios ist, der Platz als Schlafplatz perfekt wäre – es aber keine Mobilfunkverbindung gibt. Und dabei haben wir schon zwei verschiedene SIM-Karten zwei verschiedener deutscher Mobilfunkanbieter. Aber da war nichts zu machen, und am nächsten Morgen hatte ich auch gleich um 09:00 Uhr einen Video-Call. Also Aussicht genossen, ein Stück spaziert, und die ganze Offroad-Piste bevor es dunkel wird wieder runter. Gut, dafür haben wir einen tollen Stellplatz am Fluss gefunden. Und das beste daran: Es gab sogar Mobilfunksignal.

Wir brauchten also eine Verbesserung für das Mobilfunksignal. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Antennen-Herstellern. Die Antennen bringt man auf dem Dach des Vans an, zieht ein Kabel in den Innenraum und verbindet das Kabel mit einem Router. Der Router funktioniert ähnlich wie ein Router Zuhause. Nur dass man hier eben eine SIM-Karte einlegt. Kurzerhand bestellt, den Mann aufs Dach vom Van geschickt und die Antenne angebracht. Signal wurde so semi-besser, aber immerhin besser.

Das ganze bringt einem in Albanien dann aber doch nichts, wenn man feststellt, dass man irgendwie rein nirgendwo Empfang hat mit einer SIM-Karte eines großen pinken Mobilfunkanbieters, bei dem direkt ein Auslandspaket für Nicht-EU-Länder gebucht wurde. Dafür gibt es übrigens eine ganz tolle Website im Internet, Open Signal. Dort gibt man einfach sein Land und den genutzten Mobilfunkanbieter an und sieht auf einer Landkarte direkt, wie weit die Abdeckung von 3G, 4G und 5G reicht. Direkt festgestellt, das wird nichts. Also Kurzerhand gecheckt, welcher Mobilfunkanbieter in Albanien das beste Netz hat, ein Geschäft aufgesucht und eine Prepaid-SIM gekauft. Ist im Ausland sowieso allemal günstiger als Zuhause. Nun hatten wir also eine günstige SIM-Karte MIT Mobilfunk. Die Arbeitstage in Albanien waren gerettet.

Aber für Laptop und Router braucht man eben auch Strom. Wir verfügten zwar über eine Solarzelle, aber bei Regenwetter bringt die natürlich auch nichts. Und Kunden wollen nun mal auch bei Regenwetter, dass neue Websites gestaltet werden oder man sich im Zoom-Meeting auf einen Kaffee trifft. Dafür gibt es auch eine tolle Erfindung, nennt sich Ladebooster. Der wird an die Autobatterie angeschlossen und sorgt dafür, dass beim Auto fahren nicht nur die Auto-Batterie, sondern auch die Wohnraum-Batterie des Wohnmobils aufgeladen wird. Klappt bis dato super, hoffen wir mal, er bleibt uns lange erhalten.

Ein ganz normaler Morgen

Eigentlich unterscheidet sich der Morgen im Van gar nicht so sehr von dem Zuhause. Man steht auf, geht ins Bad (gut, das ist natürlich eine ganze Ecke kleiner, aber es ist ein Bad), und kocht erstmal Kaffee. Der Kaffee kommt nicht innerhalb von 60 Sekunden aus dem Vollautomaten, nein, es muss erst der Gasherd angemacht und Wasser aufgekocht werden. Aber innerhalb dieser 15 Minuten (ja, ich muss morgens 15 Minuten auf meinen ersten Kaffee warten) kann man gleich schonmal die ersten ungelesenen E-Mails auf dem Smartphone checken.

Wenn der Kaffee dann drin ist schmeißt man den Laptop an, in der Hoffnung, man hat am vorherigen Tag nicht vergessen, selbigen aufzuladen. Hat man das, bleibt wohl nichts anderes übrig, als E-Mails auf dem Smartphone zu beantworten und die ToDos auf einige Stunden später zu verschieben. Glücklicherweise lassen sich die gängigen Tools für Video-Calls auch auf dem Smartphone benutzen. In jedem Fall muss man aber den anderen Teilnehmern erstmal erklären, warum im Hintergrund kein Büroregal ist, sondern das Mittelmeer oder die Alpen.

In unserem Van sind übrigens erstklassige Sitze vorne verbaut (Fahrer- und Beifahrersitz), die mit jedem Bürostuhl mithalten können. Und die lassen sich im Van um 90° drehen, so dass man dann mit dem Sitz direkt am Tisch sitzt. Und da steht dann der mittlerweile aufgeladene Laptop drauf. Da ich im Büro Zuhause nicht ohne zweiten Monitor arbeiten kann habe ich mich damals extra für ein Modell entschieden, dass im Touchfeld einen Display verbaut hat, so dass man sich einzelne Fenster dort anzeigen lassen kann. Und so wird, wie Zuhause auch, gearbeitet.

Um die Mittagszeit rum geht es dann meistens raus, je nach Stellplatz Wandern, an den Strand, in die Stadt um irgendwo doch noch richtigen Kaffee oder sogar Cappuccino mit Milchschaum zu bekommen. Manchmal sitzen wir auch nur im Stuhl vor dem Van, schauen aufs Wasser und füttern irgendwelche wilden Katzen in Montenegro mit Milch. Falls man sich dann wundert, wohin die Katze plötzlich verschwunden ist, wirft man einfach mal einen Blick ins Wohnmobil – dessen Tür man vergessen hat zu schließen. Vielleicht spaziert sie gerade übers Armaturenbrett (basiert auf einer wahren Begebenheit).

Und wie geht’s weiter?

Jetzt ist erstmal Winterpause und ich gestalte die meisten Websites vom Büro am Rhein aus. Vielleicht fahren wir am Wochenende mal in den Schnee, aber da arbeitet man ja bekanntlich nicht – außer man ist selbst und ständig. Also kommt auch da der Laptop mit, einziger Unterschied diesmal: die Gasheizung läuft ununterbrochen im Van.

In der kurzen Zeit, in der ich versucht habe, Büroalltag und Verreisen zu verbinden, habe ich allerdings schnell festgestellt, wie wichtig doch Erreichbarkeit ist. Wenn die telefonische Erreichbarkeit wegfällt, weil man sich zum Beispiel in einem Land außerhalb der EU befindet, ist das doch eher semi-optimal. Deshalb biete ich hier auf meiner Website mittlerweile auch die Erreichbarkeit via WhatsApp an. Da kannst du mir bei Problemen oder spontanen Anliegen jederzeit schreiben oder mich auch anrufen. Auch wenn ich unterwegs bin, bin ich trotzdem verfügbar, um dein Projekt zu bearbeiten oder dich bei akuten Problemen zu unterstützen.

Mal schauen, wohin es uns nächstes Jahr verschlägt. Vielleicht nehmen wir ja den weiten Weg auf uns, und fahren bis in die Türkei. So können wir Van und Hund gleich mal mit dem asiatischen Kontinent bekannt machen. Aber auch da gilt: SIM-Karte mit vernünftiger Mobilfunkabdeckung kaufen. 😉

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